..es ist Ende Januar, schonst jetzt beginnt immer wieder der Schnee zu tauen, die Vögel zwitschern schon aus voller Kehle und die Tage dehnen sich weiter und weiter. Eine eigenartige Stimmung, der bestimmt noch ein weiterer Wintereinbruch folgt, die jedoch auch eine für mich psychologische Richtigkeit hat. Würd ich nicht ständig mein Gesicht der Wärme der Sonne entgegen strecken können, ich glaub einer kleinen Winterdepression hätt ich wenig entgegen zu setzen. Aber wieder mal sind es die Umstände, die für mich „kämpfen“.
So war letzte Woche auch noch Zwischenseminar. Zwar in Bischkek, aber doch etwas außerhalb und vollkommen herausgenommen aus unserem Alltag. Alle zusammen haben wir in einer noblen Herberge gewohnt und hatten in der selben auch genug Räumlichkeiten für das Seminar selbst. Vier „Chinesen“, eine „Mongolin“, ein „Georgier“ und zwei „Kasachen“ sind dazu extra angereist und so war vorstellbarerweise der Ausstausch das aller aller interessanteste!
Inzwischen bin ich der festen Überzeugung, dass das Zwischenseminar von unseren drei Seminaren das intensivste interessanteste und wichtigste ist. Es ist das einzige was richtig Hand und Fuß hat, was an Konkretem arbeiten kann, weil man selbst, noch mitten in einer Sache steckt, in die auch wieder zurückkehren wird und doch nun kurz eine mittelmäßige Distanz schaffen kann, zu dem was man tut.
Mein hießiges Zuhause füllt sich mehr und mehr! Nachdem Altinay, die kleine Schwester zu uns gezogen ist, sind nun auch noch die Eltern nach Bischkek gefolgt. Seid dem ist fast jeden Tag Besuch da gewesen, und mir tuhen meine Gastschwestern herzlich leid, die jeden Tag bis 22-23:00 in der Küche stehen, weil doch traditionellerweise alle Vor- und Nachbereitung in ihren Händen liegt und die dann nur noch todmüde vor den Fernseher fallen.
Gestern z.B. schein ich recht hohe Köpfe von Kirgistan kennengelernt zuhaben. Ein Jurist aus dem Parlament, das Polizeioberhaupt, und Militärkopf, … war ein leicht beklemmendes Gefühl, mit diesen Leuten am selben Tisch zu essen, und ihnen zu zuhören, wie sich gegenseitig zutoasten, wie gut sie doch gegen die Korruption kämpfen, Hand in Hand. Alles recht sympathische Leute, was die Situation nicht unrealer machte..
Und wieder mal grübelt der Kopf und stellt sich mir die Frage, wo und wie anfangen mit erzählen..
Immer noch lacht die Sonne und der letzte Schnee lässt noch auf sich warten, inzwischen hat aber jeder genug von diesem halbstarken, an Deutschland erinnernden Matschewinter. Zumal fasst jeder Praktikant, aber auch viele Kinder und einige Mitarbeiter mit Grippe zu kämpfen haben.
Am schlimmsten hat es Anna-Maria getroffen, die, auf Grund einer Nierenentzündung tiefgreifende Bekanntschaft mit einem kirgisischem Krankenhaus schließen durfte. Was allein aus Gründen allnächtlichem Stromausfalls, aber auch genug anderer Ungereimtheiten eine langanhaltende Erinnerung bleiben wird.
Die Amerikaner müssen jetzt ihrer Airbase bei Bishkek verlassen und innerhalb von 100 Tagen das Land verlassen. Dafür kommen die Russen.
Nach Neujahr konnte ich mal ne Woche in einer der Wohngruppen arbeiten und so auch mal mit Kindern höherer Klassen zusammenarbeiten. Außerdem gab es das Fest der „Spirale“ zu deutsch Adventsgärtlein, nur aus dem weihnachtlichen Kontext geholt. Die dazu gebrauchte Musik gabs von Anna-Maria und mir, mit „Chor“unterstützung der Lehrer.
Nach fünf Monaten hat nun Adila zum ersten Mal im Morgenkreis gesagt „Sewjodnja w klasse Adila“ und Aisulu hat am selben Tag plötzlich selbst zur Tasse gegriffen und getrunken, wo sie doch sonst vollkommen gefüttert wird.
An den Samstag, zum Seminar der Lehrer gibt’s von mir jetzt ein Stündchen Flötenunterricht, was spass macht, allein es ist eine kleine Nervensache, sind doch nur Plasteflöten vorhanden die in ihrer Intonation weit voneinander abweichen. Aber auch das fällt nicht so sehr ins Gewicht, wenn alle am liebsten gleichzeitig begeistert etwas anderes spielen.
- man-stutzte-sich-wo-man-kann
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- so-wie-man-sich-kuhe-eben-vorstellt
- man-beachte-unsere-festagskleidung
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